Reviergang im Rahmen der Jagdausbildung 2025/2026

Reviergang im Rahmen der Jagdausbildung 2025/2026

Bei kaltem, aber sonnigem Wetter fand im Rahmen der Jagdausbildung 2025/2026 ein lehrreicher und abwechslungsreicher Reviergang statt. Begrüßt wurden die Teilnehmer durch den Mitpächter des Reviers und gleichzeitigen Ausbilder, Michael Reinke, der durch den gesamten Vormittag führte.

Neben ihm waren zahlreiche weitere Ausbilder sowie erfahrene Jäger mit ihren Hunden vor Ort, was dem Tag eine besonders praxisnahe und vielseitige Atmosphäre verlieh. Besonders hervorzuheben ist, dass sich die anwesenden Jäger jederzeit aktiv in die Ausbildung einbrachten: Sie ergänzten die Ausführungen mit eigenen Erfahrungen, gaben zusätzliche Erläuterungen und unterstützten Michael dort, wo es sinnvoll war. Dadurch entstand ein lebendiger Austausch, von dem die Jagdschüler in besonderem Maße profitieren konnten.

Das Revier selbst präsentierte sich als landschaftlich reizvolles und äußerst abwechslungsreiches Hochwildrevier, das ideale Bedingungen für die Ausbildung bot.

Für eine besondere, traditionelle Stimmung sorgten die Jagdhornbläser der Kreisjägerschaft. Sie begleiteten den Reviergang und unterstützten die Ausbildung, indem sie an verschiedenen Stationen die passenden Jagdsignale vortrugen. Dabei war besonders schön zu beobachten, wie die anwesenden Jagdhunde bei den Signalen aufmerksam wurden – für sie ein klares Zeichen, dass „es bald losgehen könnte“. Die steigende Spannung und Vorfreude der Hunde auf mögliche Arbeitseinsätze war deutlich spürbar und unterstrich die enge Verbindung zwischen Signal, „Jagdgeschehen“ und dem Einsatz der Hunde.

Auch einige Jagdschüler erhielten beim Mittagessen die Gelegenheit, sich selbst an den Jagdhörnern zu versuchen – mit unterschiedlich großem Erfolg. Während einzelne Töne durchaus erkennbar waren, erinnerte so mancher Versuch eher an einen „neuen Wildlaut“, was jedoch für allgemeine Erheiterung sorgte und die gute Stimmung der Gruppe unterstrich.

Im Verlauf des Rundgangs wurden verschiedene Reviereinrichtungen ausführlich erklärt und praktisch gezeigt. Dazu gehörten unter anderem eine Natursuhle sowie eine durch die Revierinhaber angepasste Suhle. Zudem wurden Ansitze und eine Salzlecke besichtigt. Letztere wurde vor Ort neu eingerichtet, indem ein frischer Salzstein eingebracht wurde. Die angrenzenden Mahlbäume an einer Suhle wurden mit sogenanntem „Suhlengold“ behandelt, um ihre Attraktivität für das Wild zu erhöhen.

Im Bereich der Natursuhle wurde zudem eine Kirrung besichtigt. Hier wurde nochmals Futter ausgebracht und durch den Ausbilder detailliert auf die rechtlichen Rahmenbedingungen eingegangen. Insbesondere wurden die zulässigen Futtermengen, die erlaubte Anzahl von Kirrungen im Revier sowie die bestehenden Meldepflichten erläutert. In diesem Zusammenhang wurde auch darauf hingewiesen, dass jede Kirrung ordnungsgemäß bei der zuständigen unteren Jagdbehörde gemeldet werden muss. Diese praxisnahe Darstellung verdeutlichte den Jagdschülern die Verantwortung und die gesetzlichen Vorgaben im Umgang mit Kirrungen.

Michael erläuterte an vielen Stationen die Hintergründe der Reviergestaltung und erklärte, auf welche Zeichen und Hinweise ein Jäger besonders achten muss. Ein weiterer Punkt war die Demonstration einer Rohrfalle. Hierbei wurde nicht nur die Funktionsweise erklärt, sondern auch ausdrücklich auf die Pflichten sowie die notwendige spezielle Ausbildung zur Nutzung von Fallen hingewiesen.

Im Anschluss folgte ein praxisorientierter Parcours. Hier mussten die Jagdschüler ihr Wissen unter Beweis stellen, indem sie vorbereitete Anschusszeichen deuteten, weitere Hinweise suchten und ihre Funde fachlich erklärten. Diese Übung bot eine wertvolle Gelegenheit, theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen.

Ein besonderes Highlight des Tages war die eindrucksvolle Hundevorführung. Der Hundeführer erklärte anschaulich die Ausbildung, die notwendige Ausrüstung sowie das Vorgehen bei der Ausbildung. Dabei wurde deutlich, welche Leistungen ein gut ausgebildeter Jagdhund erbringen kann und mit welcher Freude und Motivation er arbeitet. Die enge Zusammenarbeit zwischen Hund und Jäger zeigte sich dabei als eingespieltes und vertrauensvolles Team.

Jagd ohne Hund ist schund.

Nach einem kurzweiligen und intensiven Vormittag wurde zum gemeinsamen Essen eingeladen. Bei Erbsensuppe und Würstchen nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich in kleinen Gruppen – sowohl mit als auch ohne die erfahrenen „Altjäger“ – über das Erlebte auszutauschen und offene Fragen zu klären.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass dieser Reviergang eine äußerst gelungene und lehrreiche Veranstaltung war, die Theorie und Praxis in idealer Weise miteinander verband.

Fazit:
Ein rundum gelungener Ausbildungstag bei „Kaiserwetter“. Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, die diesen Tag ermöglicht und gestaltet bzw. mitgestaltet haben.


Bericht erstellt von: Uwe Lechtenfeld
Fotos: Sylvia Kretschmann